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Quelle: Alfons Haber, E-Control, 2026

Systemdienlichkeit, Flexibilität und Speicher:
Was das neue ElWG für den Energiemarkt bedeutet

von | 25. Feb. 2026 | Allgemein

Im Gespräch mit E-Control-Vorstand Alfons Haber wurde deutlich: Das neue Elektrizitätswirtschaftsgesetz (ElWG) bringt eine grundlegende Neuausrichtung des österreichischen Energiesystems. Im Zentrum steht ein klarer Paradigmenwechsel – weg von einem rein verbrauchsorientierten System hin zu einem flexiblen, erneuerbaren und systemdienlichen Energiemarkt.

Flexibilität wird belohnt

Ein zentrales Ziel des neuen Rechtsrahmens ist es, Flexibilität im Stromsystem gezielt zu beanreizen. Künftig sollen Netzbenutzer:innen, die durch intelligentes Verbrauchs- oder Einspeiseverhalten zur Entlastung der Netze beitragen, profitieren können.

Mögliche Instrumente reichen von:

  • marktbasierter Flexibilitätsbeschaffung durch Netzbetreiber
  • flexiblen Netzanschlussverträgen
  • neuen bzw. reduzierten Netzentgeltmodellen

Entscheidend bleibt dabei das Prinzip der Kostenverursachungsgerechtigkeit: Netzentgeltreduktionen sollen nur dort erfolgen, wo tatsächlich Netzausbau vermieden oder reduziert wird.

Peer-to-Peer-Handel bleibt vorerst Nischenmodell

Erstmals ist Peer-to-Peer-Handel (P2P) klar im Gesetz verankert. Ob sich dieses Modell jedoch über engagierte Einzelakteure hinaus als breiter Marktbaustein etabliert, bleibt offen.

Erfahrungen aus Energiegemeinschaften zeigen: Trotz hoher Dynamik handelt es sich systemisch weiterhin um ein Nischenmodell. Organisatorische, technische und regulatorische Hürden bremsen bislang eine breite Skalierung.

Klar ist: Klassische Energieversorgungsunternehmen fallen nicht unter die Definition der „Aktiven Kunden“ – P2P ist somit bewusst als Bürgerenergie-Modell konzipiert.

Batteriespeicher als Schlüsseltechnologie

Ein besonders relevantes Thema für die Branche ist die Rolle von Batteriespeichern. Die E-Control arbeitet derzeit intensiv an klaren Kriterien zur Netz- und Systemdienlichkeit.

Wichtige Punkte aus dem Interview:

  • Netzentgeltreduktionen werden an klare Bedingungen geknüpft
  • Standortkriterien sollen eine zentrale Rolle spielen
  • Mit Vergünstigungen gehen Verpflichtungen einher
  • Beim diskutierten 250-kWh-Schwellwert wird aus regulatorischer Sicht eine Orientierung an der netto nutzbaren Speicherkapazität als zweckmäßig erachtet

Damit wird deutlich: Speicher sollen nicht nur wirtschaftlich attraktiv sein, sondern vor allem systemisch sinnvoll eingesetzt werden.

Dynamische Netzentgelte – evolutionär statt revolutionär

Der reduzierte Sommer-Nieder-Arbeitspreis (SNAP) wird oft als erster Schritt in Richtung dynamischer Netzentgelte interpretiert. Laut E-Control geht es jedoch weniger um stark schwankende Netztarife, sondern vielmehr um generelle Vergünstigungen für flexible Netznutzung.

Ziel ist es, Verbrauch und Erzeugung stärker am tatsächlichen Netzbedarf auszurichten – ohne extreme Preisschwankungen wie am Energiemarkt.

Fazit: Das Energiesystem wird aktiver

Das neue ElWG schafft den regulatorischen Rahmen für ein Energiesystem, in dem aktive Teilnehmer:innen eine größere Rolle spielen.

Flexibilität, Speicher und intelligente Nutzung werden künftig stärker honoriert – vorausgesetzt, sie leisten einen messbaren Beitrag zur Netz- und Systemstabilität.

Für Unternehmen und Haushalte bedeutet das:
Investitionen in Speicherlösungen und flexible Systeme gewinnen nicht nur wirtschaftlich, sondern auch regulatorisch an Bedeutung.

Erfahren Sie mehr!

Mehr zu diesem Thema und den gesamten Beitrag finden Sie in der ENERGIE im FOKUS Ausgabe 01 | Februar 2026.

Über den Autor

DDI Manuel Artz, Geschäftsführer Artz Energie Service GmbH

„Energie“ ist meine große Leidenschaft.

Ich habe diese Handelsagentur gegründet damit Energiebereitsteller und Energiebezieher auch abseits der konventionellen Wege Energie zu fairen Preisen beziehen bzw. vermarkten können.

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